Gründer­för­derung in Sachsen

Die Gründerförderung in Sachsen basiert auf EU- und Bundesprogrammen, die das Land teilweise zusätzlich aufstockt, sowie auf eigenen Landesprogrammen. Gefördert werden Beratungen, Innovationen und Betriebsmittel.

Technologiegründerstipendium (ESF)

Aus dem Europäischen Sozialfonds werden junge, innovative Unternehmer mit einem personengebundenen Stipendium gefördert, wenn sie Gründer in einem aussichtsreichen Technologiebereich sind. Die Voraussetzungen sind:

  • technische Innovation, die das eigene Unternehmen entwickelt, fertigt und vermarktet
  • hoher Kundenutzen
  • deutliche Alleinstellungsmerkmale
  • Antragsteller sind Studenten, Absolventen (Hochschule, Berufsakademie), wissenschaftliches Personal oder Gründerteams mit Wohnsitz in Sachsen

Gründungsberatung

Wer ein wettbewerbsfähiges KMU für die Vollexistenz gründen möchte, erhält vom Freistaat Sachsen Zuschüsse für Beratungsleistungen zur Existenzgründung. Themen der Beratung können sein:

  • Sicherung der Finanzierung
  • Vertriebs- und Marketingkonzept
  • Überarbeitung des Gründungskonzepts
  • Standortsuche
  • Markterschließung
  • strategische und operative Unternehmensziele
  • Personalkonzeptentwicklung und Recruiting

Beratungsleistungen zu Versicherungs-, Rechts-, Patent- und Steuerfragen sind von der Förderung ausgeschlossen.

Mikrodarlehen für junge Unternehmen und Gründer (ESF)

Das zinsgünstige Mikrodarlehen bis 20.000 Euro dient der Anschubfinanzierung für Betriebsmittel und Investitionen. Existenzgründer können es vor der Geschäftsaufnahme, junge Unternehmen bis zum fünften Jahr nach der Geschäftsaufnahme bei der SAB (Sächsische Aufbaubank) beantragen. Voraussetzungen und Konditionen:

  • mindestens 20 % Eigenanteil
  • Tilgung spätestens ab dem zweiten Jahr nach Auszahlung
  • Rückzahlung in längstens sechs Jahren

In den Regionen Dresden und Chemnitz gewährt der Freistaat Sachsen zusätzliche Mittel zu den ESF-Fördergeldern.

Programm „Betriebsberatung / Coaching“

Dieses Programm gilt als Kernbaustein der Beratungsförderung in Sachsen. Themen können unter anderem sein:

  • betriebswirtschaftliche, finanzielle, personelle, technische und organisatorische Fragen der Unternehmensführung
  • Erschließung ausländischer Märkte
  • Expertise über die Standardberatung der sächsischen IHK, der Wirtschaftsförderung Sachsen und der Handwerkskammern hinaus

Innovationsprämie (EFRE)

Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kommt die Innovationsprämie für eine Kooperation von kleinen Unternehmen mit Wissenschaftlern. Auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen können mit dieser Förderung gezielt ihr technologisches Wissen in kleine sächsische Unternehmen transferieren. Mit Innovationsprämien werden externe FuE-Dienstleistungen gefördert, die zu neuen Produkten und Dienstleistungen führen.

MBG mbH (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen)

Die MBG wird als private Beteiligungsgesellschaft vom Freistaat öffentlich gefördert. Mit diesen Mitteln unterstützt sie die Finanzierung von Existenzgründungen. Dabei kooperiert sie mit Hausbanken und Kammern.

Gründungs- und Wachstumsfinanzierung (GuW): Liquiditätshilfen

Der Freistaat Sachsen unterstützt mit dem Programm GuW die Gründung und anschließend das Wachstum von KMU sowie ihre Weiterentwicklung am Markt. Die Liquiditätshilfen erfolgen in Form von günstigen Darlehen für Investitionen und Betriebsmittel bis zu 2,5 Millionen Euro. Refinanziert werden die Darlehen durch den „KfW-Unternehmenskredit“ oder den „ERP-Gründerkredit – Universell“. Der Freistaat Sachsen beteiligt sich mit einer eigenen Förderung, die zu noch günstigeren Konditionen führt.

GRW-Investitionszuschuss

Für die Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung-der regionalen Wirtschaftsstruktur” (GRW) stellen sämtliche Bundesländer Fördermittel bereit, so auch Sachsen. Diese Mittel dienen der Förderung strukturschwacher Regionen durch die Ansiedlung und Unterstützung der gewerblichen Wirtschaft. In Sachsen liegt dabei ein besonderer Fokus auf dem Fremdenverkehr. Die Investitionsanreize sollen auch zur Schaffung von Dauerarbeitsplätzen führen. Die Zuschüsse kommen KMU und unter bestimmten Bedingungen auch großen Unternehmen zugute.

MEP

Das “Markteinführungsprogramm” dient der Einführung von innovativen Produkten am Markt. Folgende Maßnahmen werden besonders gefördert:

  • Produktdesign
  • Herstellung einer Nullserie oder von marktfähigen Serienmustern
  • erforderliche Normierungen und Zertifizierungen vor dem unmittelbaren Markteintritt
  • Vertriebs- und Marketingkonzeption
  • Marktuntersuchungen und Akzeptanztests
  • Herstellung produktspezifischer Werbematerialien

Förderung der ausländischen Markterschließung

Auslandsaktivitäten von sächsischen Unternehmen – auch von Gründern – werden mit folgenden Maßnahmen gefördert:

  • Machbarkeitsstudien zum Zielmarkt
  • Außenwirtschaftsberatung
  • generelle Unterstützung von Produktpräsentationen
  • Unterstützung der Präsentation auf internationalen Messen an deutschen Standorten und auf Auslandsmessen
  • Unterstützung der Präsentation auf Symposien
  • Finanzierung von Werbematerial
  • Unterstützung der Markteinführung innovativer Produkte im Ausland

Gründungsförderung an Hochschulen

Gründungsberater werden schon an den Hochschulen tätig, um künftige Absolventen oder Studenten, die schon während des Studiums ein Unternehmen gründen, mit ihrer Expertise zu unterstützen. Die Beratung ist sehr stark praxisorientiert. Zur Unterstützung gehören auch Gründerwettbewerbe mit Preisen, darunter der seit zwei Jahrzehnten vergebene “Sächsische Gründerpreis” der Innovationsplattform futureSAX. Wissenschaftler und Jungunternehmer profitieren davon bei ihrem Start ins Wirtschaftsleben. Diese Art der Förderung hat sich bewährt: Sachsen ist das deutsche Bundesland, in welchem die meisten funktionierenden Unternehmen aus einer Geschäftsidee entstehen. Weitere geförderte sächsische Gründerinitiativen sind:

  • SAXEED (Chemnitz, Mittweida, Freiberg und Zwickau)
  • dresden|exists
  • Selbst Management Initiative SMILE (Leipzig)
  • HighTech Startbahn Netzwerk e. V. (Hochtechnologie mit den Bereichen Mikro- und Nanotechnologien, IKT, Fahrzeug- und Maschinenbau, Medizin-, Energie- und Umwelttechnik), Unterstützung der Nachgründungsphase

Weitere sächsische Förderungen für Gründer

Über die genannten Förderungen hinaus können Existenzgründer die Fördermaßnahmen der Jobcenter, der KfW, des BAfA und der EXIST-Programme des BMWi in Anspruch nehmen.